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 Das "Jobwunder"  Fraport, doch ein Jobkiller ?

 Seit Oktober letzten Jahres ist die neue Landebahn NW in Betrieb. Sie soll die Zahl an Starts und Landungen von täglich 1450 auf 2100 im Jahr 2020 erhöhen, das sind 2 Flugbewegungen pro Minute.

Angekündigt wird ein JOBWUNDER ! Schon 2015 soll die Zahl der Arbeitsplätze rund um den Flughafen von jetzt 68tsd auf 95tsd anwachsen. Macht man sich aber einmal die Mühe, in die Geschäftsberichte der FRAPORT AG zu schauen, scheint diese Prognose völlig aus der verlärmten Luft gegriffen. Statt Personal aufzubauen hat FRAPORT zwischen 2007 und 2010 sein Personal von 30tsd auf rund 20tsd abgebaut !

Zugewinne an Arbeitsplätzen rund um FRAPORT ergeben sich überwiegend aus Verlagerungen zumeisst auf Kosten strukturschwacher Nachbarregionen. Ein seit langem bekanntes Ergebnis der Wirtschaftsforschung: Flughäfen führen hauptsächlich zur Verlagerung von Arbeitsplätzen. Der Nettozuwachs ist gering.
Aber selbst wenn von dem nun zu erwartenden Jobwunder ein bescheidender Zuwachs übrig bleibt, welche Jobs sind da zu erwarten ? Überwiegend Tätigkeiten im Niedriglohnsektor, Frachtarbeiter, Sicherheits- und Check-in Personal. Die Gewinne am Ganzen fliessen in eine andere Richtung. 

Die Kosten für die Region dürften dagegen deutlich höher ausfallen: Thema Gesundheit !

Schon bei geringen nächtlichen Ruhestörungen nehmen Herz- und Kreislauferkrankungen deutlich zu. Fortwährender Lärm am Tage führt zu den gleichen Erscheinungen. Das haben alle medizinischen Studien der letzten Zeit belastbar erwiesen. Das reicht vom erhöhten Blutdruck bis hin zum Herzinfarkt und Schlaganfall.

Neben dem Verlust der individuellen Lebensqualität entsteht ein enormer volkswirtschaftlicher Schaden durch Arbeitsausfälle und medizinische Behandlung. Besonders gefährdet sind Kinder. Ihre körperliche und geistige Entwicklung wird durch Lärm erheblich eingeschränkt. Nachts können sie nicht richtig schlafen, tagsüber leidet ihre Konzentration. Kindergärten und Schulen müssen ihren Unterricht ständig unterbrechen, gestörte Kommunikation, Lernen unter Dauerstress. Die angepriesenen Lärmschutzfenster können diese Effekte nur abmildern. Schon geringe Hintergrundgeräusche verringern die Lernleistung von Schülern um 10-25%.

Und, wer will überhaupt noch in einer von Lärm stark belasteten Region wohnen? Wer kann zieht weg ! Die Folge, Preisverfall bei Immobilien, geringere Mieteinnahmen. Wohngebiete, die in der direkten Anflugschneise liegen, verbuchen jetzt bereits einen Wertverlust über 30%. Im weiteren Umfeld sind Abschläge von 10% normal und als schlimmer zu erwarten.

Wer entschädigt die Hauseigentümer für den Wertverlust durch Lärm. Nach dem Fluglärmgesetz müssen Flughäfen Lärmschutzzonen ausweisen. Wer innerhalb dieser Zone liegt, hat Anspruch auf Schallschutzfenster. Auch bietet FRAPORT besonders hart getroffenen den Kauf ihrer Häuser. Wer ein paar Meter ausserhalb der Schutzzone liegt, hat Pech gehabt.

Während der Normalbürger hart für Entschädigungen kämpfen muss, haben es Grossunternehmen leichter. Dem Chemiekonzern Ticona wurden 670 Mio. Euro für den Wegzug geboten.

Mit dem Wertverlust der Immobilien verändert sich auch langsam die Sozialstruktur. Es droht eine Verslumung. In stark belastete Gegenden ziehen vermehrt sozial schwache, was die Gemeinden zusätzlich belastet. Für öffentliche Einrichtungen, Kinderstätten, Schulen, kulturelle Angebote ist dann immer weniger Geld vorhanden. Der Handel gibt auf, Ladenflächen beginnen leer zu stehen.

Natürlich sind auch die unbebauten Flächen, die Naherholungsbereiche betroffen. Wo soll der Mensch sich noch regenerieren, muss er demnächst stundenlang, lärmend und umweltbelastend autofahren, um Ruhe zu finden?

In der Summe sind dies die entscheidende Standortfaktoren im Wettbewerb der Regionen um die Ansiedlung von guten Firmen und dem Zuzug von qualifizierten Arbeitskräften. Zu einem Grossflughafen kann man fahren, wenn man ihn braucht ! Wo man wohnt, arbeitet, lebt, und regeneriert braucht und will man ihn nicht. Das JOBWUNDER Fraport wird sich für die Region in einen JOBKILLER verwandeln !            Die Politiker sind auf einem Irrweg !

 

                Noch ein paar harte Fakten zur Erosion der Arbeitsplatzversprechen:

> Zu Zeiten der Mediation wurden noch 250.000 Arbeitsplätze ausgerufen.
> Zum Landesentwicklungsplan waren es 200.000.
> Am Ende des Erörterungstermins waren es immerhin noch 100.000
    (eine Zahl die jetztt von der hessischen Landeregierung immer noch genannt wird.)
> Bei der Planfeststellung waren es nur noch 40.000, jetzt noch 14.000 neue Stellen bis 2020.
Das Lügengebäude bricht immer weiter zusammen.

Report Mainz (ARD) hat festgestellt dass alle 4 untersuchten Unternehmen, die in der Nähe der Fraport mit ca. 5.500 Arbeitsplätzen neu angesiedelt wurden, nicht ein einziger neu geschaffen wurde, sondern es sich lediglich um Umsiedlungen aus dem (jetzt natürlich benachteiligten) Umland gehandelt hat. >siehe unter Presse:  Report Mainz

Es macht übrigens Freude, sich einmal die Geschäftsberichte anzusehen:
Das durchschnittliche Einkommen am FRAPORT liegt erheblich niedriger als bei anderen Unternehmen in der Region. Personalaufwand je Mitarbeiter im Jahr 2010 (laut Geschäftsberichte): Fraport AG: € 44.00
Lufthansa AG: € 57.000
Logistik- und Speditionsbranche (gewerblicher Bereich): ca. € 30.000;
gegenüber
BASF: € 75.000;
Deutsche Bank AG: € 124.000
Deutsche Börse AG: € 144.000;
Oder:
Die Krankheitsquote liegt bei der Fraport AG bei 6,3% (2009), sicher auch durch Schichtarbeit, Feinstaub-, Abgas- und Lärmbelastung.
Im Bereich „Verkehr und Transport“ dagegen bei: 5,5% (2010);
Bereich „Banken und Versicherungen“: 3,3% (2010).
Oder
Ertragsteuern – Konzern 2010 (laut Geschäftsberichte)
Fraport: € 7.000.000;
Lufthansa: € -165.000.000; …scheint für einige eine nette Steuersparanlage zu sein.
BASF: € 2.600.000.000;
Deutsche Bank: € 1,650.000.000.

Wie kann unter diesen Verhältnissen noch von einem Wirtschaftsmotor für die Region geredet werden? Diese Vergleiche gehen noch kritischer zu Ungunsten der Fraport aus, wenn der Boden- und Naturverbrauch der Fraport mit dem Boden- und Naturverbrauch anderer Unternehmen verglichen wird.


(c) Website der Bürgerinitiatve Bad Vilbel Minus Fluglärm.